06.06.2013 Deichsicherung und -verstärkung in den Hochwassergebieten

In den Hochwassergebieten entlang der Elbe, der Weißen und Schwarzen Elster, an Mulde, Saale und Spree wird die Situation immer schwieriger. In Halle, Bitterfeld, Mühlberg wurden Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Notquartiere wurden eingerichtet. Die Dämme sind durchgeweicht, Wasser tritt an Sickerstellen aus und teils über die Deiche. In Cottbus drücken Wassermassen der Spree gegen die Deiche, die übervolle Talsperre Spremberg muss entlassen werden. Entlang der Elbe laufend angestrengte Vorkehrungen angesichts der angekündigten Pegelsteigerungen.

Die Einsatzkräfte aus dem Landesverband sind weiterhin an den bisherigen Einsatzstellen in Sachsen und Sachsen-Anhalt rund um die Uhr tätig. Gestern und heute Nacht kamen noch neue Einsatzorte unter anderem in Brandenburg hinzu. Weil eigene Kräfte allerorts gebunden sind, unterstützen THW-Kräfte aus den Landesverbänden Bremen, Niedersachsen und Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland auf Anforderung.

Weil befürchtet wurde, dass ein Muldedamm bei Löbnitz brechen würde, kamen am Dienstag die THW-Fachgruppen Sprengen aus Dessau und Bautzen zum Einsatz. Mit einer Erdreichsprengung bei Löbnitz (Landkreis Nordsachsen) am Seelhausener See sollte ein kontrollierter Abfluss des Wassers erreicht werden. Mit der Bundespolizei wurde der Sperrkreis errichtet und durch Unterstützung von Hubschraubern überprüft. Gegen 21.00 Uhr führten sie die Sprengung durch.

Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Durch einige Dammbruchstellen in Sachsen fließt zu viel Wasser in den Seelhausener See nach. Ein unkontrollierter Wasserdurchbruch in den Goitzschesee muss verhindert werden. Mit hoher Pumpleistung leiten die THW-Kräfte aus Senftenberg und Rathenow das Wasser ab. Die Fachgruppe Führung/ Kommunikation aus Potsdam koordiniert die Kräfte an der Einsatzstelle, dort hilft ein technischer Zug aus Wolfen-Bitterfeld,  das THW Belzig leuchtet die Einsatzstelle aus, das THW aus Sangerhausen sorgt für die Stromversorgung, der Pegelmesstrupp aus Treptow-Köpenick beobachtet die Pegelstände und leitet die Daten weiter. Der Landkreis führt noch andere Entlastungsmaßnahmen durch, um eine Überflutung der Bitterfelder Innenstadt zu verhindern. Dämme werden errichtet, eine weitere Entlastungssprengung in der Nacht zu Donnerstag veranlasst. Damit soll das Wasser zurück zur Mulde geleitet werden.

Halle (Saale)
Mittwochnacht kämpften Einsatzkräfte und Hilfskräfte aus der Bevölkerung darum, dass in Halle (Saale) der Gimmritzer und Passendorfer  Damm nicht überflutet wird. Trotzdem führten Unterspülungen der aufgeweichten Deiche zum Ansteigen des Wasserspiegels in den betroffenen Stadtteilen. Das THW ist weiter mit Sandsackverbau und Transportarbeiten beschäftigt. Die Bewohner der Stadt wurden aufgefordert, vorsorglich ihre Wohnungen zu verlassen. Die Deiche sind durchfeuchtet und drohen zu brechen. Notunterkünfte wurden bereitgestellt. Die Gefahr eines Deichbruchs ist zu hoch.

Dessau
Angestrengt laufen die Vorkehrungen angesichts der erwarteten Pegelsteigerung entlang der Elbe. Die Deichsicherung wird verstärkt. In Dessau betreibt das THW einen Sandsackbefüllplatz. Das THW aus Dessau koordiniert diese Einsatzstelle, wo ein Technischer Zug aus Sangerhausen und sechs Bergungsgruppen aus Potsdam, Brandenburg a.d. Havel, Frankfurt (Oder), Seelow, Forst, Fürstenwalde freiwillige Helfer aus der Bevölkerung in ihre Arbeit einbinden. Das Wittenberger THW beleuchtet die Station, so kann rund um die Uhr im Zwei-Schichtsystem gearbeitet werden,

Aken (Elbe)
Hier leuchtet seit heute eine Beleuchtungsgruppe aus Berlin Reinickendorf gefährdete Deichabschnitte aus.

Wittenberg/ Jessen
In Wittenberg unterstützen Fachberater aus Weißenfels und Pankow den Katastrophenschutzstab. Drei Fachgruppen mit Hochleistungspumpen wurden aus dem Landesverband Bremen, Niedersachsen nachgefordert und sind auf dem Weg.

Magdeburg, Calbe
In Magdeburg und Calbe wird mit Hochdruck Sandsacklogistik bewältigt. Die Fachgruppen Räumen aus Halberstadt, Staßfurt  und Brandenburg a.d. Havel, die Technischen Züge aus Magdeburg und Quedlinburg sind in Magdeburg mit Ausstattung und. schwerem Gerät eingebunden. Drei Bergungsgruppen aus Salzwedel, und Stassfurt packen mit an. THW-Kräfte aus Gransee stellen die Beleuchtung sicher. Auf dem Sandsackfüllstation Kieswerk Rothensee arbeiten THW-Kräfte eng mit Kräften der Bundeswehr zusammen. Mithelfende Bevölkerung ist ebenfalls eingebunden. In Magdeburg steigt der Pegelstand der Elbe weiter an. Der Höhepunkt wird am Sonntag und Montag erwartet

Bernburg
Sandsacklogistik und Transportaufgaben wird auch hier durch das THW geleistet: Der Technische Zug aus Bernburg, die Fachgruppe Elektroversorgung Bad Belzig sind im Einsatz. Mit Beleuchtungsaggregaten sorgen THW-Helfer aus Gransee für Licht in der Dunkelheit.

Landkreis Elbe-Elster

Herzberg
Bei Herzberg gab es heute einen Dammbruch, diese Stellen wurden von Einsatzkräften verstärkt und gesichert. An den gefährdeten Deichabschnitten bei Herzberg leuchtet die örtliche THW-Fachgruppe Beleuchtung  in der Nacht aus. Der Ortsverband Herzberg unterstützt den Katastrophenschutzstab des Landkreises Elbe-Elster mit einem Fachberater.

Mühlberg
In der Stadt wurde heute Katastrophenalarm ausgelöst, ansteigende Pegel an der Schwarzen Elster werden erwartet. Die Einwohner mussten evakuiert werden. Eine Fachgruppe Wassergefahren aus Potsdam wird mit dem Mehrzweckarbeitsboot den Transport von Sandsäcken auf dem Wasser übernehmen. Mit Sandsäcken sollen die Deiche wasserseitig verstärkt werden. Mehrere hundert Kräfte der Feuerwehr, der Stadt und der Bundeswehr sichern an den Deichen schadhafte und Gefahrenstellen und bauen Hochwasserschutzanlagen aus.

Cottbus
Aus der übervollen Spremberger Talsperre wird Wasser in die Spree abgelassen. Die riesigen Mengen belasten die Deichanlagen um Cottbus, beschädigte Abschnitte  imwerden kontinuierlich ausgebessert. Mit Hochdruck arbeiten die THW-Kräfte. Sie füllen Sandsäcke für die Deichsicherung. Eingesetzt sind hier der Technische Zug Cottbus, Bergungsgruppen aus Lübben, Berlin Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf. Zwei Bergeräumgeräte aus Frankfurt (Oder) und Spandau transportieren die Lasten. Die Fachgruppe Führung/ Kommunikation aus Frankfurt (Oder) koordiniert die HelferInnen.

Insgesamt sind zur Zeit mehr als 900 THW-Kräfte aus dem Landesverband in den Hochwassergebieten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg im Einsatz: In den Hochwassergebieten Sachsens sind es 111, im Bereich Sachsen-Anhalt 694 und in Brandenburg 97 THW-Kräfte.

Die Kräfte aus unserem Landesverband werden um Kräfte aus dem Landesverband Bremen, Niedersachsen und Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland verstärkt.

Die Führungs- und Koordinierung der eigen Kräfte laufen über die Leitungs- und Koordinierungsstellen (LuK) des THW, an den Einsatzstellen koordinieren die Fachgruppen Führung/Kommunikation die THW-Kräfte.

Redaktion

Mit freundlichen Grüßen
Ellen Krukenberg
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
THW-Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt
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