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Es knistert! – Helfer unter Spannung

Um die Versorgung großer Städte und Industrien mit elektrischer Energie sicherzustellen, sind hohe Leistungen und dementsprechende Infrastruktur erforderlich – so war es nicht verwunderlich, dass bei der Besichtigung des Umspannwerks Neuenhagen bei Berlin am Samstag, den 25.03.2017 schnell der Funke auf die anwesenden Helfer des Technischen Hilfswerks übersprang.

Neben Angehörigen der Fachgruppen Elektroversorgung der Ortsverbände Steglitz-Zehlendorf, Berlin-Lichtenberg und Eberswalde nutzten auch einige Helfer anderer Fachgruppen aus dem Ortsverband Charlottenburg-Wilmersdorf die Gelegenheit, sich über das ostdeutsche und gesamteuropäische Höchstspannungsnetz und die technischen Besonderheiten der unterschiedlichen Netz- und Leitungsformen zu informieren.

In der ehemaligen Schaltzentrale des Umspannwerks wurden die Ab- und Zuschaltprozesse bei variierenden Stromnetzauslastungen oder unvor-hergesehenen Störungen erläutert. Die bei einer Präsentation vorge-stellten und mit 110 kV, 220 kV oder 380 kV und 2000 bis 8000 Ampere betriebenen Leitungstypen konnten bei der anschließenden Anlagen-begehung anhand der Isolatoren und anderer Bestandteile von den Teilnehmern korrekt zugeordnet werden. Aber auch alternative Kabeltypen wie wassergekühlte Ölleitungen oder moderne Batterietechnik durften bestaunt werden.

Erkenntnisreich waren zudem die Berichte über den Wartungs- und Instandsetzungsbetrieb an den Freileitungen selbst. Phänomene wie den Spannungstrichter kennt jeder THW-Helfer seit der Grundausbildung, doch die versteckten Risiken durch elektrische wie mechanische Energien beim Umgang mit teilzerstörten Masten und eine Aufschlüsselung der geltenden Sicherheitsabstände im Normalbetrieb gehörten zu den merkenswerten Eindrücken des informationsgeladenen Tages.

Die von den Ortsverbänden Charlottenburg-Wilmersdorf und Eberswalde organisierte Besichtigung wurde durch einen beim zugehörigen Übertragungsnetzbetreiber arbeitenden Fachhelfer ermöglicht. Fruchtbare Beziehungen und Erlebnisse wie diese sind es, die das Ehrenamt beim Technisches Hilfswerk nachhaltig prägen und beiderseits positiv beeinflussen können. Für die Erfahrungen des Tages möchten wir uns herzlich bei Herrn Siedorf, Leiter des 50Hertz Regionalzentrums Mitte, bedanken.

Für den Stromausfall vorgesorgt

20160924_125549_thw_ov-stzWas kann das THW leisten, wenn der Strom ausfällt? Bei der Übung von fünf Fachgruppen Elektroversorgung aus dem Länderverband Berlin/Brandenburg/Sachsen-Anhalt vom 24. bis zum 25. September wurde das nicht nur praktisch geübt und demonstriert. Auch der Austausch von Erfahrungen aus dem Einsatz nahm breiten Raum ein. Zusätzlich wurde geprobt, wie die Spezialkräfte des THW für elektrischen Strom auch in neuen, gemischten Teams zusammenarbeiten.

20160924_143012_thw_ov-stz-2Aus den Ortsverbänden Bad Belzig, Berlin Lichtenberg, Berlin Steglitz-Zehlendorf, Burg, und Eberswalde waren rund 30 Einsatzkräfte nach Havelberg in Brandenburg gekommen, um dort die eigene Ausbildung zu vertiefen. In der Elektroversorgung sind viele Talente gefragt. Neben handfesten Tätigkeiten wie dem Bau von Verbindungen für beschädigte Stromleitungen wird viel gerechnet, denn beim Umgang mit elektrischem Strom ist nur gut geprüfte Arbeit auch sicher. Die Netzersatzanlagen des THW, von denen zwei für die Übung genutzt wurden, fordern außerdem ein hohes Maß von technischem Verständnis.

20160924_131115_thw_ov-stzAn drei Stationen konnten die Einsatzkräfte daher gleich mehrere verschiedene Fähigkeiten testen und auffrischen. Netzaufbau, Montage von Kabelmuffen, Betrieb verschiedener Arten von Netzersatzanlagen – die Anforderungen waren hoch. Die gestellten Aufgaben wurden aber mit Bravour gemeistert und die Fachgruppen aus den verschiedenen Ortsverbänden konnten zusätzlich Tipps und Tricks austauschen.

20160925_085257_thw_ov-stzWie schnell all diese Kenntnisse notwendig werden könnten, zeigte Heiko Walluschek. Er berichtete von seinem Auslandseinsatz im Jahr 2014 in Slowenien, wo damals Schneemassen und Eisregen weite Teile der Stromversorgung zum Erliegen gebracht hatten. Anhand zahlreicher Fotos wurde deutlich, wie rasch ein Stromausfall erstens eintreten und zweitens das öffentliche Leben stören kann. Damit dann schnell geholfen werden kann, werden die Fachgruppen Elektroversorgung des Landesverbandes auch in Zukunft weiter gemeinsam üben und ausbilden.

Technische Hilfe für Tierretter der Freien Universität Berlin

20140908_174452_thw_ov-stzAls unsere Helfer an der Tierklinik der Freien Universität in Düppel eintrafen schien zwar noch die Sonne. Aber der Betrieb war trotzdem eingestellt. Hilfesuchende Kleintierhalter und Pferdebesitzer mussten an andere Einrichtungen verwiesen werden. Der Grund: Der riesige Gebäudekomplex war ohne Strom. Am gestrigen Montagnachmittag hatte es an einer Baustelle einen lauten Knall gegeben. Schnell war klar geworden: Ein Bagger hatte versehentlich die Stromversorgung der Einrichtung durchtrennt.

20140908_170708_thw_ov-stzDie Reparaturen des Energieversorgers würden sich bis in die frühen Morgenstunden hinziehen. Die Tierklinik aber so lange außer Betrieb zu nehmen wäre für die Haustiere der Stadt kritisch gewesen. Schließlich versorgen die Tierärztinnen und Tierärzte jede Nacht eine hohe Zahl von tierischen Notfallpatienten.  Im schlimmsten Fall würden es diese nicht bis zur nächsten Behandlungsmöglichkeit schaffen. Deshalb musste schnell eine Stromversorgung her.

20140908_191447_thw_ov-stzAufgrund der langjährigen Kooperation bei Veranstaltungen und Übungen alarmierte die Technikabteilung der Universität deshalb die Fachgruppe Elektroversorgung unseres Ortsverbandes. Gegen 17:00 Uhr trafen unsere drei großen Netzersatzanlagen (500 kVA, 315 kVA, 175 kVA) mit 11 Helfern und fünf Fahrzeugen vom Mannschaftstransportwagen bis zum neuen Mannschaftslastwagen IV an der Klinik ein. Weil sich Hauptamtliche der Freien Universität und Ehrenamtliche unseres Ortsverbandes gut kennen und blind verstehen, stand schnell eine Ersatzversorgung über unsere Stromerzeuger.

So konnte der Betrieb der Klinik vor der kritischen Nachtzeit, wenn nämlich keine normalen Tierarztpraxen mehr offen haben, wieder  sichergestellt werden. Und bis in die frühen Morgenstunden, als der Einsatz nach Reparatur der Leitungen beendet werden konnte, war deutlich zu erkennen, wofür die Einrichtung so wichtig ist. Dutzende Herrchen und Frauchen, aber vor allem ihre großen und kleinen Vierbeiner, bekamen kompetente Hilfe durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tierklinik. Währenddessen liefen im Hintergrund zuverlässig die Netzersatzanlagen und sorgten für eine Stromversorgung.

Unsere Fachgruppe Elektroversorgung sucht übrigens für diese und andere Einsätze, Übungen und den generellen Dienst immer Verstärkung. Das gilt insbesondere, aber nicht nur, für Elektrofachkräfte. Bei Interesse kontaktieren Sie uns gerne!