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Wohin soll’s gehen? – Orientierungsübung mit den Johannitern

img_3662Der nächste Punkt liegt irgendwo in einem kleinen Ort in Brandenburg. Per Funk erhält die Besatzung des Krankenwagens die Koordinate. Dann gilt es den richtigen Ort zu suchen und dorthin zu fahren. Wie bei einer Schnitzeljagd sind insgesamt fünf Fahrzeuge unterwegs, um nacheinander mehrere Punkte auf ihrer Karte zu fahren – erst wenn sie eine Station geschafft haben, gibt es die nächsten Anweisungen. Übermittelt werden dabei nur sogenannte UTM-Koordinaten, keine weiteren Anweisungen.

img_3670Was wie ein Spiel klingt, ist das Konzept für eine Orientierungsübung, die unser Ortsverband am vergangenen Wochenende für die Johanniter-Unfall-Hilfe Berlin-Süd geplant hatte. Mit zwei Ausbildern brachten wir den Kameradinnen und Kameraden das Navigieren mit Karte und Koordinate näher – ganz ohne Smartphone und Navigationsgerät, ausgestattet nur mit einem Fahrzeug, einem Funkgerät, mehreren Karten und Messschablonen. Denn Einheiten im Bevölkerungsschutz müssen auch dann schnell und sicher an ihren Bestimmungsort, wenn moderne Mittel mal nicht funktionieren oder, etwa auf freiem Feld oder am Deich, eine Navigation mit Straße und Hausnummer gar nicht möglich ist.

img_3688Beim THW ist dies Inhalt der Sprechfunkausbildung. Deshalb haben wir uns gefreut, unser Wissen an die Helferinnen und Helfer der Sanitätsorganisation weitergeben zu können. Die Übung ist teil einer langfristigen Zusammenarbeit der beiden Ortsverbände im Berliner Südwesten. Bisher konnten THW-Kräfte sich unter anderem bei Sanitätsdiensten weiterbilden, während wir für die Johanniter Übungen und Weiterbildungen in unseren Kernkompetenzen ausrichteten. So lernen beide Organisationen von den Kenntnissen der jeweils anderen.

Auf ungewohntem Terrain

img_2510Als die Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe am Dienstag auf unserem Gelände in Lankwitz ankommen, ist es dunkel. Bis auf das Blaulicht einiger THW-Einsatzfahrzeuge ist wenig zu sehen. Sofort geht es an die Arbeit. Ein Zugführer des THW weist die Führungskraft des Sanitätsdienstes in die Lage ein: Eine oder mehrere Personen werden vermisst. Zum Glück ist alles nur eine Übung.

img_2502Dennoch beginnen die Helferinnen und Helfer in Rot und Leuchtgelb schnell mit der Arbeit. Sie suchen unser weitläufiges Übungsgelände ab. Gleichzeitig geben ihnen Einsatzkräfte des THW wertvolle Tipps, wie man die in Tunneln und auf den Freiflächen versteckten Übungspuppen und Verletztendarsteller schnell und sicher aus der Gefahrenzone bringt. Nach zwei Stunden ist das große Areal abgesucht und alle Gefundenen werden im eigens aufgebauten Behandlungszelt versorgt.

img_2513Voneinenander lernen – so könnte man unsere Kooperation mit dem Ortsverband Berlin-Süd der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. überschreiben. Verschiedene Organisationen im Bevölkerungsschutz haben verschiedene Aufgaben. Damit wir uns im Ernstfall besser verstehen und gut harmonieren, steht regelmäßig der Erfahrungsaustausch mit dem Sanitätsdienst auf dem Programm. Einige Einsatzkräfte des THW durften den Johannitern schon bei Sanitätsdiensten über die Schulter schauen. Im Gegenzug stellen wir bei Übungen unsere Kompetenzen zur Verfügung. So auch an diesem Dienstag. Dadurch, dass die Einsatzkräfte aus dem Sanitätswesen gezielt eine typische THW-Lage üben konnten, war es uns möglich, Teile unserer Ausbildung kompakt an die befreundete Organisation weiterzugeben.

 

Notunterkunft für Flüchtlinge in Rekordzeit eröffnet

Am Morgen noch bei der Arbeit, in der Universität oder im wohlverdienten Weihnachtsurlaub – mittags schon in THW-Kleidung und mit einer schweren Aufgabe konfrontiert: Eine über 1200 Quadratmeter große Turnhalle mussten die Helferinnen und Helfer unseres Ortsverbandes am Freitag in nur fünf Stunden in eine funktionierende Notunterkunft verwandeln.

Aufbau Notunterkunft BerlinDem hatten wir uns heute, fast ohne Vorlaufzeit, gemeinsam mit der Johanniter Unfallhilfe Berlin zu stellen.  Diese hatte vom Landesamt für Gesundheit und Soziales den dringenden Auftrag erhalten, die vorgesehene Turnhalle in Steglitz-Zehlendorf bis zum Abend in eine Notunterkunft zu verwandeln.  Denn bereits um 18:00 Uhr sollten die ersten neuen Bewohner einziehen können.
Die Feldbetten wurden extra aus Langenhagen bei Hannover bestellt, für das Auslegen des Schutzbelages auf dem empfindlichen Hallenboden brauchten die Johanniter allerdings unsere tatkräftige Unterstützung. Denn alleine kann eine einzelne Organisation eine solche Herkulesaufgabe nicht in dieser kurzen Zeit bewältigen.

Aufbau Notunterkunft BerlinInsgesamt 28 Einsatzkräfte unseres Ortsverbandes übernahmen für die Johanniter dann nicht nur das Auslegen des Fußbodens, sondern unterstützten sie auch beim Aufstellen und Beziehen der 200 Betten, stellten Licht für den Eingangsbereich und Strom für die Behelfsküche zur Verfügung. So konnten die Johanniter sich auf die eigenen Aufgaben konzentrieren, vor allem die komplizierte Logistik, die eine solche Notunterkunft mit sich bringt. So mussten ausreichend Sanitäranlagen über einen Privatanbieter organisiert, ein Empfang für die Bewohner eingerichtet und die Feldküche in Betrieb genommen werden.

Am Ende stand ein Rekordergebnis: Eine Turnhalle wurde in kürzester Zeit zu einer kompletten Notunterkunft. Im Übrigen war auch die Hilfsbereitschaft der neuen Nachbarn der Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien und anderen Staaten enorm. Noch während der Aufbauarbeiten erschienen Erwachsene und Kinder aus den umliegenden Häusern, um Spenden abzugeben.

Wo Sie Sachen abgeben können, die benötigt werden, erfahren Sie übrigens hier. Denn nicht immer ist es in den Notunterkünften möglich, die umfangreichen Gaben der Berlinerinnen und Berlinern direkt zu lagern.