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Klietz sagt Danke – Auch unseren Helfern

Gruppenführer Mathews mit unserer DankesurkundeDie kleine Gemeinde Klietz wurde vom Hochwasser im Frühsommer schwer getroffen. Direkt in der Nähe von Fischbeck liegend, wo der Deich an der Elbe gebrochen war, standen weite Teile der Kommune unter Wasser. Neben den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern waren es auch Tiere, die es zu schützen galt. Denn im Ortsteil Scharlibbe sitzt eine Agrargenossenschaft, deren Bestand von 8.000 Schweinen durch die Fluten bedroht waren.

In dieser Region halfen Einsatzkräfte unseres Ortsverbandes über eine Woche bei der Abwehr der Wassermassen. Mit Hochleistungspumpen schützten sie Menschen und Schweine. Sie halfen, beträchtlichen Schaden von den Orten abzuwenden. Dafür bedankten sich Einwohner und Gemeinde nun mit einem Fest zu Ehren aller Helfer. Neben Kräften aus Steglitz-Zehlendorf waren auch die Ortsverbände Neuruppin, Wittenberge,  der örtlichen Feuerwehren, der Bundesforstverwaltung und der Bundeswehr zu dem Fest gekommen.

In seiner Ansprache dankte der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde, Herr dankesurkunde_gemeindeklietzEberhard Wienmeister, all denjenigen, die sich engagiert hatten. Er hatte den Bürgermeister während des Katastrophenfalles vertreten. Anschließend überreichte er ihnen Urkunden und lud sie auf Essen und Getränke ein. Der Abend klang bei Musik und Tanz aus.

Die Helferinnen und Helfer unseres Ortsverbandes besichtigten anschließend die ehemaligen Einsatzstellen, um sich einen Eindruck von den Aufräumarbeiten zu machen. Dabei wurden zum Teil auch Schäden sichtbar, die das Wasser erst beim Abfließen freigegeben hat. In einigen Senken ist es bis heute noch nicht trocken geworden.

Noch immer im Einsatz – Hochwasser Frühsommer 2013

Ein zerstörtes Haus in Sachsen-Anhalt.
Ein zerstörtes Haus in Sachsen-Anhalt.

Seit dem 02. Juni 2013 sind die Helfer unseres Ortsverbandes im gesamten Osten Deutschlands im Einsatz. Den Anfang machten unsere  Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen sowie Elektroversorgung. Danach unterstützen auch unsere Bergungsgruppen die Pumparbeiten, leisteten Hilfe bei der Logistik und verstärkten Einheiten bei Deichsprengungen. Der Zugtrupp unterstütze bei der Führung von THW-Kräften in Wittenberge und einer unserer Fachberater arbeitete für die Einsatzleitung in Dresden.

Die Feuerwache von Fischbeck
Die Feuerwache von Fischbeck

Besonders dramatische Szenen spielten sich in Fischbeck (Sachsen-Anhalt) ab. Kurz bevor am 09.06.13 gegen Mitternacht der Deich brach, waren unsere Einsatzkräfte an der Feuerwache in Fischbeck eingetroffen und von dort direkt zum Deich geschickt worden – wohin sie aber nicht mehr gelangen sollten. Sie mussten, wie die anderen Helfer auch, sofort umdrehen und vor den einströmenden Wassermassen fliehen. Das Wasser überflutete eine Fläche von rund 10 auf 20 Kilometern, also ca. 200 Quadratkilometern. Auch jetzt fließt es noch immer nur langsam ab, daher ist unsere Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen weiter im Einsatz und stellt unter anderem die Abwasserentsorgung in Klietz sicher. Dort steht die Kanalisation nach wie vor unter Wasser. Außerdem ist unsere 2. Bergungsgruppe damit beschäftigt, lebenswichtiges Futter zu Schweinemastanlagen zu transportieren und so die eingeschlossenen Tiere zu versorgen.

 

Nach dem Rückgang der Wassermassen wird das Ausmaß der Zerstörung deutlich.
Nach dem Rückgang der Wassermassen wird das Ausmaß der Zerstörung deutlich.

Das Leid der betroffenen Menschen ist unfassbar und oft wird es erst richtig deutlich, wenn sich das Wasser zurückgezogen hat. Da aber die Berichterstattung mit nachlassender Dramatik der Pegelstände ebenfalls abgeebbt ist, sollen einige Bilder den Ausmaß des Schadens in der Region verdeutlichen. Wir sind froh, den Menschen weiter helfen zu können. Das geschieht auch dank vieler verständnisvoller Familien und Arbeitgeber, die auf die Anwesenheit unserer Helfer zu Hause oder im Betrieb immer noch verzichten müssen.

So wie an vielen anderen Stellen und bei anderen Ortsverbänden auch, reichte an einigen Einsatzorten die Ausstattung, die die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk uns zur Verfügung stellt, nicht aus, um die Katastrophe zu bewältigen. In Zeiten knapper Kassen und aufgrund der besonderen Situation als Bundesbehörde setzt das THW auf die Kooperation seiner Ortsverbände mit anderen öffentlichen und privaten Geldgebern. So sollen auf die örtliche Situation angepasste, flexible neue Einsatzmöglichkeiten geschaffen werden. Diese kommen dann im Katastrophenfalle auch der ganzen Organisation zugute. Während des Hochwassereinsatzes haben wir das erfolgreich praktiziert.

Um den interessierten Leserinnen und Lesern diese speziellen Komponenten der örtlichen Gefahrenabwehr (öGA) vorzustellen, sollen an dieser Stelle in den nächsten Wochen verschiedene Artikel über den Einsatz unserer Zusatzausstattung erscheinen. Vorab können Sie sich im Flyer unseres Helfervereins allgemein über die Besonderheiten unserer zusätzlichen Kapazitäten informieren.

Das THW in Steglitz-Zehlendorf braucht Ihre Unterstützung. Ob als aktiver Helfer (Informationen unter mitmachen@thw-steglitz.de) oder als Förderer unseres Helfervereins. Seien Sie dabei und helfen Sie Helfen.