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Vor 25 Jahren – Zugunglück in Wannsee

Vor 25 Jahren kam es kurz vor Wannsee zum schwersten Eisenbahnunfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Um 14:26 Uhr am Karfreitag, den 9. April 1993, stießen zwei Personenzüge frontal aufeinander. Drei Menschen starben, viele weitere wurden schwer verletzt.

Die beiden Züge aus Hannover und nach Stuttgart befanden sich irrtümlich auf dem gleichen Gleis, als der Aufprall passierte. Trotz der relativ langsamen Geschwindigkeit schoben und verkeilten sich die Lokomotiven ineinander, die ersten Waggons wurden von den nachfolgenden eingedrückt und aus den Gleisen gehoben.

Einsatzkräfte am Ort des Unglücks.
Foto: Ingo Papenfuss

Über mehrere Stunden arbeiteten die Retter unermüdlich, um eingeklemmte Betroffene zu befreien. Jeweils rund 150 Feuerwehrleute und Polizisten waren vor Ort. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte sie mit einem Großaufgebot.

Für viele damals beteiligte Einsatzkräfte unseres Ortsverbandes, der damals noch Bezirksverband Steglitz hieß, war es einer der schwersten Bergungseinsätze ihres Lebens. Wir erinnern mit unveröffentlichten Fotos und einem Interview an das Unglück vor 25 Jahren.

Interview mit Horst Gäsche, heute Fachberater und damals in leitender Position im Einsatz

Horst Gäsche während des Interviews im April 2018

Redaktion: Weißt du noch wo du warst, als die Alarmierung losging?

Horst Gäsche: Ja, ich war damals bei meiner Freundin in Zehlendorf.  Wir waren auf einem Spaziergang Richtung Schlachtensee. Da ging die Alarmierung los. Ich habe auf den Funkmeldeempfänger geguckt und dachte: ‚Oh, jetzt musst du aber los‘. Dann bin ich zu ihr nach Hause, habe das Auto geholt und bin sofort in die Dienststelle gefahren.

R: Und mit welchem Fahrzeug bist du dann aus der Dienststelle losgefahren?

HG: Das war ein VW T3, unser Mannschaftstransportwagen. Wir haben dann erstmal mit der Polizei koordiniert, wie wir überhaupt an die Schadensstelle rankommen, dort am Wannsee war ja alles zu.

Gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr und der Polizei war das THW im Einsatz.
Foto: Jens Papenfuss

R: Und vorher musstest du ja die Einsatzkräfte alle per Festnetztelefon alarmieren, ein Handy gab es noch nicht…

HG: Ja, beziehungsweise viele hatten auch Meldeempfänger. Die haben dann in der Dienststelle angerufen und denen haben wir gesagt, wen sie noch informieren und mitbringen sollen. Dafür gab es eine Telefonkette. Und wenn die dann ankamen, sind die sofort auf das erste Auto rauf, jedes Fahrzeug das voll besetzt war ist abgefahren.

R: Und als du dann an der Einsatzstelle ankamst, wie war da der erste Eindruck?

HG: Zwischen 15 oder 16 Uhr, wann genau weiß ich nicht mehr, sind wir eingetroffen. Wir sind zuerst zum Einsatzleitwagen der Feuerwehr, da waren wir noch gar nicht richtig an der Einsatzstelle. Da hat uns Landesbranddirektor eingewiesen. Und jemand von der Bahn war auch da, denn die S-Bahn war ja noch in Betrieb. Wir konnten dann später nur arbeiten, wenn gerade keine S-Bahn fuhr.

Zu den Aufgaben des THW gehörte auch die Schaffung von Zugängen für die Rettung von Betroffenen.
Foto: Jens Papenfuss

R: Welche konkreten Aufgaben hatte denn der Bezirksverband Steglitz?

HG: Das waren Bergung, Beleuchtung und Stromversorgung. Das hieß beispielsweise Seitenzuwege an den Waggons schaffen, damit die Rettungskräfte überhaupt herankamen. Außerdem haben wir einen Zugang zur Lok geschaffen, denn zu diesem Zeitpunkt wurden der Lokführer und eine weitere Person noch vermisst.

R: Wie lange war unser Ortsverband im Einsatz?

HG: Wir haben dann zur Nacht die Einsatzkräfte reduziert, waren aber bis zum frühen Morgen vor Ort. Dann kamen unsere Ablösekräfte. Wir waren, nachdem die Vermissten gefunden worden waren, für die Beleuchtung zuständig und haben auf den Hilfszug der Bahn gewartet. Der kam aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Eine der Aufgaben für den damaligen Bezirksverband Steglitz war das Beleuchten der Einsatzstelle. Hier sieht man den Beleuchtungskraftwagen.
Foto: Jens Papenfuss

R: Hatte ihr im Nachhinein den Eindruck, dass der Einsatz trotz der schweren Umstände gut verlaufen ist?

HG: Die Zusammenarbeit hat wunderbar funktioniert. Da haben wirklich alle, wenn Hilfe gebraucht wurde, mit angepackt. Egal ob Feuerwehr, THW, Polizei und wie hoch der Rang war.

Horst Gäsche ist ehemaliger Zugführer und Ausbildungbeauftragter unseres Ortsverbandes. Heute bringt er seine enorme Erfahrung als Fachberater ein. Das Gespräch führte Jan Holste.

Jahresunterweisung Motorsägenführer – Windbruch

Stürme wie Friederike und Xavier haben in den vergangenen Monaten zu vielen Einsätzen bei unseren Motorsägenführern geführt.

Um auch in Zukunft für die anspruchsvolle Arbeit mir der Motorsäge gut vorbereitet zu sein, fand am 10. Februar 2018 eine praktische Wiederholungsausbildung unter Beteiligung von drei weiteren Ortsverbänden statt,

Fünfzehn Motorsägen-Experten hatten die Gelegenheit sich in umfangreichen praktischen Arbeiten unter fachlicher Anleitung von drei Ausbildern zu trainieren.

Die Sanitätsdienstliche Absicherung  wurde von der Johanniter-Unfallhilfe gestellt.

Unsere Ausbildungen vermitteln mehr als nur Fachkenntnisse für die ehrenamtliche Arbeit im THW. Vieles ist auch im Alltag nützlich. Haben Sie Lust, sich bei uns zu engagieren? Schreiben Sie uns für unverbindliche Informationen einfach eine E-Mail.

Jahresbeginn unserer Jugendgruppe

Nachdem wir das letzte Jahr mit unserer jugendinternen Weihnachtsfeier abgeschlossen haben, begann für uns wie für alle anderen das Jahr 2018 ganz klassisch mit der jährlichen Sicherheitsunterweisung, in der wir über potenzielle Gefahren und leicht zu begehende Fehler aufgeklärt wurden und in der uns nochmals die Bedeutsamkeit des Eigenschutzes ins Gedächtnis gerufen wurde.

In der darauffolgenden Woche freuten wir uns, die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen bei ihrer Ausbildung zum Thema „Absicherung von Schadensstellen“ besuchen zu dürfen. Nach etwa einer Stunde Theorie, in denen uns die wichtigsten Grundlagen der Absicherung vermittelt wurden, ging es nach draußen auf das Übungsgelände. Dort bildeten wir drei Gruppen, die nacheinander ihr zuvor erarbeitetes Wissen in einem gestellten Szenario praktisch anwenden sollten. Wie zuvor gelernt, sicherten wir nun die Schadensstelle mit Hilfe des Verkehrssicherungssatzes ab. Dabei standen uns die Fachhelfer beratend zur Seite. Nach getaner Arbeit bekamen wir ein kurzes Fazit darüber, was gut lief und was besser hätte laufen können. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Ausbildungsabend sehr lehrreich und interessant war.

Foto: THW/ Patrick Clauss

Am Samstag, dem 13. Januar, nahm etwa die Hälfte der Jugendgruppe an einem Erste-Hilfe-Kurs im Ortsverband teil. Früh übt sich, wer ein Meister werden will: Überraschend war die rege Beteiligung und die vorhandenen Kenntnisse im Bereich der Ersten Hilfe, gerade bei den Jüngeren unter uns. Doch auch die Bewanderteren konnten eine Menge dazulernen. Beim nächsten Dienst lernte die Hälfte von uns etwas über Gefahren an der Einsatzstelle, während die andere Hälfte einen Mannschaftstransportwagen des Ortsverbandes hinsichtlich Ölstand, Luftdruck und Funktionalität der Fahrzeugbeleuchtung überprüfte.

Foto: THW/ Dominik Maaßen

Am Tag danach fand unser Elternabend statt. Der Elternabend ist eine der wenigen Möglichkeiten, bei denen die Ortsjugendleitung, die Jugendbetreuer und die Jugendsprecher mit den Eltern persönlich ins Gespräch kommen. Und gerade deshalb ist der Elternabend so wichtig: Er bietet Eltern die Möglichkeit, das THW und die Jugendgruppe auch mal außerhalb der Erzählungen ihrer Kinder näher kennenzulernen.

Beim diesjährigen Elterabend schauten wir uns gemeinsam den Jahresrückblick der Jugendgruppe an, klärten offene Fragen und besprachen Kommendes und Vergangenes.

Beim vorletzten Jugenddienst des Monats am 24. Januar war die Hälfte der Gruppe wieder bei der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen zu Besuch und lernte die Ausstattung der Fachgruppe kennen, während die andere Hälfte der Gruppe die gängingsten Stiche und Bunde wiederholte.

Foto: THW/ Sascha Barnewske
Abschließend möchten wir uns bei allen Gruppen bedanken, die uns in letzter Zeit mit Material und Ausbildung unterstützen. Ein besonderer Dank gilt dabei insbesonders der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen, die uns in den letzten Wochen immer wieder sehr interessante und lehrreiche Ausbildungsabende bot.

Dominik Maaßen
Jugendsprecher

Ihr möchten euch auch beim THW in Berlin Steglitz-Zehlendorf engagieren? Für weitere Informationen schreiben Sie einfach eine E-Mail an mitmachen[at]thw-steglitz.de, wir freuen uns!
THW-Jugend Berlin Steglitz-Zehlendorf

Weihnachtsfeier des Ortsverbandes

Dieses Jahr war geprägt von herausfordernden Einsätzen: Stürme und Starkregenfälle hielten das THW und andere Hilfsorganisationen in Atem. Auch für unseren Ortsverband bedeuteten sie mehrere langwierige Einsätze. Deshalb stand unsere diesjährige Weihnachtsfeier ganz im Zeichen des Dankes – für das Engagement im Einsatz, aber auch an die Angehörigen für ihre Unterstützung.

Foto: THW/Jan Holste

Als Vertreter der Landesbeauftragten ließ Dr. Gernot Wittling noch einmal die vielen Aktivitäten des letzten Jahres  Revue passieren. Ob Einsätze nach dem Sturmtief Xavier oder Engagement beim Evangelischen Kirchtentag, überall war unser Ortsverband dabei. Besonders hob Dr. Wittling die hohe Durchhaltefähigkeit und die Personalstärke unserer Einheiten hervor.

Foto: THW/Jan Holste

Anschließend wurden gleich sechs Helferinnen und Helfer für ihre besonderen Leistungen geehrt. Verena König, Paul Jerchel, Richard Nitz, Marco Kebschull und Mike Büschke erhielten das Helferzeichen in Gold. Für seinen langjährigen herausragenden Einsatz bekam Herbert Kuckling das Helferzeichen in Gold mit Kranz verliehen. In den jeweiligen Verleihungsreden hob die Ortsbeauftragte Hedwig Karkut die verschiedenen Persönlichkeiten  und wichtigen Beiträge der ausgezeichneten Einsatzkräfte hervor.

Foto: THW/Oliver Scheele

Bis in die Nacht feierten die Helferinnen und Helfer gemeinsam mit Familie und Freunden sowie Gästen aus Politik und befreundeten Organisationen dann das vergangene Jahr. Noch eine Feuerwehrbereitschaft und mehrere Dienstabende stehen an, bis es  gestärkt durch einige freie Tage in ein neues, sicher ereignisreiches Jahr geht.

Action, Technik, Ehrungen – Tag der offenen Tür 2017

Strahlende Gesichter

Strahlende Gesichter – das war das bestimmende Bild des diesjährigen Tages der offenen Tür auf unserem Gelände in Berlin-Lankwitz. Gründe dafür gab es viele. Kleine und große Gäste freuten sich über die Mitmachaktionen und die Technik zum Anfassen, Einsatzkräfte des THW über den zahlreichen und hohen Besuch und zwei langjährige Helfer über die zweithöchste Auszeichnung des THW.

Albrecht Broemme, Michael Bödde, Cerstin Richter-Kotowski, Michael Mathews, Dr. Ute Finckh-Krämer, Hedwig Karkut (v.l.n.r.)

Nachdem die Ortsbeauftragte Hedwig Karkut den Tag der offenen Tür eröffnet und unsere Schirmherrin, Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski, in ihrer Rede das Bedeutung des Ehrenamtes gewürdigt hatte, brachte THW-Präsident Albrecht Broemme während seiner Ansprache noch ein ganz besonderes Geschenk mit. Er bat Michael Bödde und Michael Mathews auf die Bühne. „Die beiden Michas“ sind seit Jahrzehnten absolute Leistungsträger. Gemeinsam prägten und prägen sie, heute stellvertretender Ortsbeauftragter und Gruppenführer der Bergungsgruppe 2, die Arbeit in unserem Ortsverband. Folgerichtig erhielten sie gemeinsam das THW-Ehrenzeichen in Silber, die zweithöchste Auszeichnung, die die Bundesanstalt zu vergeben hat.

Schwebten vom Übungsturm: Die Rettungshunde der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Auch sonst boten Bühne und Umgebung viel zum Staunen. Die Johanniter-Unfall-Hilfe seilte gemeinsam mit unserer Höhenrettung Vierbeiner ihrer Hundestaffel vom Übungsturm ab, die Feuerwehr Blankenfelde demonstrierte die verheerenden Folgen einer Fettexplosion und die Bundeswehr stellte ihren gepanzerten Rettungswagen „Eagle“ vor. Unsere verschiedenen Bergungs- und Fachgruppen demonstrierten ihr Können, Kinder und Jugendliche hatten auf der GKW-Rutsche, an der Spielstraße der THW-Jugend und beim Kistenklettern sichtlich Spaß.

Dr. Ina Czyborra, MdA, und Dr. Ute Finckh-Krämer, MdB, im Gespräch mit THW-Präsident Albrecht Broemme.

Besonders freute uns, dass wir eine hohe Zahl von Ehrengästen begrüßen konnten. Neben der Bezirksbürgermeisterin kam das Mitglied des Bundestages Dr. Ute Finckh-Krämer, die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Dr. Ina Czyborra und Sebastian Czaja sowie viele weitere Gäste aus Politik, Partnerorganisationen und Nachbarschaft. Beim Rundgang über das Gelände erfuhren sie nicht nur viel über die Arbeit des THW, sondern lernten auch Kooperationspartner und unseren Hofimker kennen.

Wir bedanken uns bei den zahlreichen Gästen, allen helfenden Händen, unseren Partnerinnen und Partnern und insbesondere bei den Kameradinnen und Kameraden der THW-Ortsverbände Bad Belzig, Gransee und Berlin Tempelhof-Schöneberg für die Unterstützung. Es war ein toller Tag der offenen Tür, den wir gerne wiederholen werden.

Fotos: THW/Juliane Schwartz