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Kulturgutschutz: THW erhält Einblick in Bergung und Sicherung von Wissenschafts- und Kulturgütern im Naturkundemuseum

Berlin – Der Schutz von Kunstwerken, historischen Dokumenten und archäologischen Funden ist nicht nur eine Aufgabe des kulturellen Erbes, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Zivil- und Katastrophenschutzes. Das Technische Hilfswerk (THW) hat diesen Bereich längst als Teil seines Einsatzspektrums erkannt und bildet seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gezielt darin aus. Die Ausbildung beginnt mit Besuchen vor Ort, etwa im Museum für Naturkunde Berlin, und wird anschließend in der Theorie sowie möglicherweise in späteren Übungen mit mehreren Akteuren vertieft.

Wenn museale Sammlungen in Gefahr sind

Erdbeben, Hochwasser oder Krieg – Kulturgüter sind in Krisensituationen oft ebenso bedroht wie Menschenleben. Mit 30 Millionen Sammlungsobjekten hält das Naturkundemuseum gar eine ganze Bibliothek des Lebens auf der Erde für die Forschung und darüber hinaus bereit. Ihr Verlust ist häufig unwiederbringlich. Daher hat der Schutz von Wissenschafts- und Kulturgütern mittlerweile auch seinen festen Platz in der Arbeit des THW. Dabei geht es nicht nur um Notfallbergungen nach akuten Katastrophen, sondern auch um präventive Schutzmaßnahmen und die Unterstützung von Notfallverbünden, die Museen, Archive und Bibliotheken umfassen.

Einblick in den Schutz von naturhistorischem Erbe

Im Museum für Naturkunde Berlin erhielten rund 21 ehrenamtliche Einsatzkräfte des THW-Ortsverbandes Berlin Steglitz-Zehlendorf einen umfassenden Einblick in die Forschungssammlung und ihre Aufbewahrung. Dabei wurde deutlich, welche Herausforderungen es birgt, die vielfältigen Objekte im Katastrophenfall zu sichern, zu bergen und ihre Bedeutung durch Dokumentation zu bewahren. Die Führung übernahm Dr. Peter Giere, Leiter der Abteilung „Kompetenzzentrum Sammlungen“ des Forschungsbereichs „Zukunft der Sammlung“ am Naturkundemuseum, Mitglied des Notfallteams des Museums sowie des Berliner Notfallverbundes.

Zusammenarbeit mit Experten

Um die Kulturgutrettung als festen Bestandteil des Katastrophenschutzes zu etablieren, setzt das THW auf enge Kooperationen mit Fachinstitutionen und Notfallverbünden. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) gehört ebenso zu den Partnern wie zahlreiche Museen und wissenschaftliche Einrichtungen. Gemeinsame Schulungen und der Austausch von Fachwissen tragen dazu bei, bewährte Methoden weiterzuentwickeln – nicht nur für den Einsatz in Deutschland, sondern auch in internationalen Katastrophengebieten.

Ein Beitrag zum Schutz musealer Sammlungen

Der Einblick im Naturkundemuseum war ein wichtiger erster Schritt, um das Thema in Berlin stärker in den Fokus zu rücken. Ziel ist es, den Einsatzkräften die nötigen Kompetenzen zu vermitteln und die Rettung der Wissenschafts- und Kulturgüter nachhaltig zu stärken. Das THW zeigt damit, dass der Zivil- und Katastrophenschutz weit über die Rettung von Menschenleben hinausgeht. Durch die enge Zusammenarbeit mit Museen und Forschungseinrichtungen leistet es einen wertvollen Beitrag zum Erhalt kulturellen und naturhistorischen Erbes – sowohl in Deutschland als auch weltweit.