Leistungsschau beim Flugplatzfest

Am 1. und 2. September 2018 fand auf dem ehemaligen Militärflughafen der Alliierten in Berlin Gatow das alljährliche Flugplatzfest statt.

Auch der Ortsverband Berlin Steglitz-Zehlendorf hatte wieder die Gelegenheit  die zahlreichen Spezialgeräte unserer Bergungsgruppen zur Schau zu stellen.

 

Gemeinsam mit Kameraden aus den Ortsverbänden Berlin Reinickendorf und Berlin Spandau errichteten wir zuerst ein Wasserbecken mit Steg für die Modellbauer, die dort ihre Modellschiffe zu Wasser ließen.

Für Ansturm sorgte vor allem unser Jenga-Spiel in der „THW-Edition“. Mit hydraulischer Schere und Spreizer, eigentlich zur Menschenrettung (zum Beispiel bei Verkehrsunfällen) eingesetzt, galt es, die quaderförmigen Hölzer aus dem Turm zu lösen. Das hohe Gewicht des Gerätes sorgte für einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad.

Die mit Druckluft betriebenen Hebekissen ermöglichten es, einen 14 Tonnen schweren Gerätekraftwagen mit einem Knopfdruck um mehrere Zentimeter anzuheben.

Es bereitet uns immer wieder Freude, der Öffentlichkeit die Aufgaben und die vielfältigen Einsatzoptionen des Technischen Hilfswerks näher zu bringen. Und wir hoffen, dabei auch den Ein oder Anderen für eine Mitgliedschaft im THW gewinnen zu können.

Ihr möchten euch auch beim THW in Berlin Steglitz-Zehlendorf engagieren? Für weitere Informationen schreiben Sie einfach eine E-Mail an mitmachen[at]thw-steglitz.de, wir freuen uns!

Vom Einsatz zum Tag der offenen Tür – Kooperation mit der Feuerwache Prenzlauer Berg

Es begann mit einer Feuerwehrbereitschaft, einem gemeinsamen Dienst im Auftrag der Berliner Feuerwehr, den gerade die älteren Mitglieder unseres Ortsverbandes schon lange kennen. Daraus entwickelte sich eine schöne Sommer-Kooperation.

Ende Juli versahen unsere zweite Bergungsgruppe das erste Mal ihren Dienst im Rahmen der Feuerwehrbereitschaft auf der Feuerwache 1300 Prenzlauer Berg. Wie unsere Kameradinnen und Kameraden erfuhren ein historischer Ort: die älteste in Dienst befindliche  Berufsfeuerwehrwache Deutschlands.

Mächtiger Baum versperrt Straße

Der erste, und auch letzte, Einsatz für diesen Samstag sollte dann schnell folgen. Ein umgestürzter Baum erwies sich als so große Herausforderung für Feuerwehr und THW, sodass unser Gerätekraftwagen II mit seiner Mannschaft insgesamt sechs Stunden bis in den späten Nachmittag im Einsatz sein sollte. Gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden der Berliner Feuerwehr, angerückt mit C-Dienst, Drehleiter, Kran und Rüstwagen, wollte das mächtige Geäst Stück für Stück abgetragen und beseitigt werden, damit die darunterliegende Straße wieder passierbar werden konnte.

Tag der offenen Tür der FW 1300

Auf der Feuerwache kam dann ein Angebot, das wir weder ausschlagen konnten noch wollten: Man fragte unsere Besatzung, ob sie ihre Arbeit und die des THW nicht auf dem Tag der offenen Tür 14 Tage später präsentieren wolle. Zum 135jährigen Jubiläum konnten wir der ältesten Berufsfeuerwache Deutschlands natürlich keinen Wunsch abschlagen. Gleichzeitig war es natürlich auch eine gute Gelegenheit, die langjährige Kooperation zwischen Feuerwehr und THW zu demonstrieren.

Unser Stand auf dem Tag der offenen Tür

Und so kam es, dass zwei Wochen später beim Tag der offenen Tür der Wache in der Oderbergerstraße neben vielen spannenden Feuerwehrfahrzeugen auch der Gerätekraftwagen II unseres Ortsverbandes zu Gast war. Seine Mannschaft stellte nicht nur das Fahrzeug und die Ausstattung vor, sondern informierte auch über die ehrenamtliche Arbeit im THW und in der THW-Jugend. Besonders beliebt waren wohl die Pixi-Bücher „Tom der THW-Helfer“, bis zum Mittag waren sie restlos vergeben. Für die Helferinnen und Helfer aus unserem Ortsverband ergab sich an diesem Tag außerdem wieder einmal die Gelegenheit, sich mit den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr auszutauschen und ihre spannenden Vorführung anzuschauen.

Fortsetzung folgt hoffentlich beim nächsten Tag der offenen Tür!

Helfer im THW – eine Erfolgsstory

www.thw-steglitz.de

viele zukünftige Helfer nehmen mittlerweile online den ersten Kontakt zum THW auf.

Auch bei der am Samstag, den 21.04.2018 stattfindenden Grundausbildungsprüfung führte unsere Homepage 4 von 7 Helferanwärtern in den Ortsverband.

In diesem Jahr fand die zentrale Grundausbildungsprüfung für 19 Helfer aus 6 Ortsverbänden in Bad Belzig statt.

Hier konnten unsere Helfer ihr umfangreiches Wissen zeigen, welches sie an vielen Ausbildungsabenden sowie an intensiven Wochenendvorbereitungen erworben haben.

Wie kein anderer steht der Name Horst Gäsche für das seit Jahren optimierte und bewährte Ausbildungskonzept in unserem Ortsverband. In diesem Jahr hat nun Roman Stempel den Staffelstab übernommen und die Begleitung unserer Helferanwärter übernommen. So wurde auch erstmalig die Kooperation mit den Ortsverbänden Gransee und Neuruppin umgesetzt die bereits von Horst Gäsche auf den Weg gebracht worden war.

Am Samstagabend wurden die sieben neuen Helfer im Rahmen eines Helferfestes im Ortsverband willkommen geheißen.

Für seine großen Verdienste im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie das überdurchschnittliche Engagement im Bereich des Helfernachwuchses wurde unserer ehemaliger Ausbildungsbeauftragte Horst Gäsche mit der „THW Ehrenplakette“ausgezeichnet.

Foto: THW/ Jan Holste

Roman Stempel erhielt das „Helferzeichen in Gold“ für seinen Einsatz bei der Weiterführung dieser Aufgabe

Foto: THW/ Jan Holste

Oliver Scheele mit dem „Helferzeichen Gold mit Kranz“ geehrt! Er ist maßgeblich für die weit über die Grenzen des Ortsverbandes bekannte Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich und hat in den vergangenen Jahren wegweisende Ideen und Konzepte im Bereich Social Media entwickelt und die Bereiche Webcontent, Facebook und Twitter für den Ortsverband und die Geschäftsstelle aufgebaut.

Und so kommen wir am Ende ganz automatisch wieder zu

www.thw-steglitz.de 

zurück – der Homepage die für alle Leser die Lust zur Mitwirkung unserem THW Ortsverband weckt.

Ihr möchten euch auch beim THW in Berlin Steglitz-Zehlendorf engagieren? Für weitere Informationen schreiben Sie einfach eine E-Mail an mitmachen[at]thw-steglitz.de, wir freuen uns!
THW-Jugend Berlin Steglitz-Zehlendorf

Vor 25 Jahren – Zugunglück in Wannsee

Vor 25 Jahren kam es kurz vor Wannsee zum schwersten Eisenbahnunfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Um 14:26 Uhr am Karfreitag, den 9. April 1993, stießen zwei Personenzüge frontal aufeinander. Drei Menschen starben, viele weitere wurden schwer verletzt.

Die beiden Züge aus Hannover und nach Stuttgart befanden sich irrtümlich auf dem gleichen Gleis, als der Aufprall passierte. Trotz der relativ langsamen Geschwindigkeit schoben und verkeilten sich die Lokomotiven ineinander, die ersten Waggons wurden von den nachfolgenden eingedrückt und aus den Gleisen gehoben.

Einsatzkräfte am Ort des Unglücks.
Foto: Ingo Papenfuss

Über mehrere Stunden arbeiteten die Retter unermüdlich, um eingeklemmte Betroffene zu befreien. Jeweils rund 150 Feuerwehrleute und Polizisten waren vor Ort. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte sie mit einem Großaufgebot.

Für viele damals beteiligte Einsatzkräfte unseres Ortsverbandes, der damals noch Bezirksverband Steglitz hieß, war es einer der schwersten Bergungseinsätze ihres Lebens. Wir erinnern mit unveröffentlichten Fotos und einem Interview an das Unglück vor 25 Jahren.

Interview mit Horst Gäsche, heute Fachberater und damals in leitender Position im Einsatz

Horst Gäsche während des Interviews im April 2018

Redaktion: Weißt du noch wo du warst, als die Alarmierung losging?

Horst Gäsche: Ja, ich war damals bei meiner Freundin in Zehlendorf.  Wir waren auf einem Spaziergang Richtung Schlachtensee. Da ging die Alarmierung los. Ich habe auf den Funkmeldeempfänger geguckt und dachte: ‚Oh, jetzt musst du aber los‘. Dann bin ich zu ihr nach Hause, habe das Auto geholt und bin sofort in die Dienststelle gefahren.

R: Und mit welchem Fahrzeug bist du dann aus der Dienststelle losgefahren?

HG: Das war ein VW T3, unser Mannschaftstransportwagen. Wir haben dann erstmal mit der Polizei koordiniert, wie wir überhaupt an die Schadensstelle rankommen, dort am Wannsee war ja alles zu.

Gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr und der Polizei war das THW im Einsatz.
Foto: Jens Papenfuss

R: Und vorher musstest du ja die Einsatzkräfte alle per Festnetztelefon alarmieren, ein Handy gab es noch nicht…

HG: Ja, beziehungsweise viele hatten auch Meldeempfänger. Die haben dann in der Dienststelle angerufen und denen haben wir gesagt, wen sie noch informieren und mitbringen sollen. Dafür gab es eine Telefonkette. Und wenn die dann ankamen, sind die sofort auf das erste Auto rauf, jedes Fahrzeug das voll besetzt war ist abgefahren.

R: Und als du dann an der Einsatzstelle ankamst, wie war da der erste Eindruck?

HG: Zwischen 15 oder 16 Uhr, wann genau weiß ich nicht mehr, sind wir eingetroffen. Wir sind zuerst zum Einsatzleitwagen der Feuerwehr, da waren wir noch gar nicht richtig an der Einsatzstelle. Da hat uns Landesbranddirektor eingewiesen. Und jemand von der Bahn war auch da, denn die S-Bahn war ja noch in Betrieb. Wir konnten dann später nur arbeiten, wenn gerade keine S-Bahn fuhr.

Zu den Aufgaben des THW gehörte auch die Schaffung von Zugängen für die Rettung von Betroffenen.
Foto: Jens Papenfuss

R: Welche konkreten Aufgaben hatte denn der Bezirksverband Steglitz?

HG: Das waren Bergung, Beleuchtung und Stromversorgung. Das hieß beispielsweise Seitenzuwege an den Waggons schaffen, damit die Rettungskräfte überhaupt herankamen. Außerdem haben wir einen Zugang zur Lok geschaffen, denn zu diesem Zeitpunkt wurden der Lokführer und eine weitere Person noch vermisst.

R: Wie lange war unser Ortsverband im Einsatz?

HG: Wir haben dann zur Nacht die Einsatzkräfte reduziert, waren aber bis zum frühen Morgen vor Ort. Dann kamen unsere Ablösekräfte. Wir waren, nachdem die Vermissten gefunden worden waren, für die Beleuchtung zuständig und haben auf den Hilfszug der Bahn gewartet. Der kam aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Eine der Aufgaben für den damaligen Bezirksverband Steglitz war das Beleuchten der Einsatzstelle. Hier sieht man den Beleuchtungskraftwagen.
Foto: Jens Papenfuss

R: Hattet ihr im Nachhinein den Eindruck, dass der Einsatz trotz der schweren Umstände gut verlaufen ist?

HG: Die Zusammenarbeit hat wunderbar funktioniert. Da haben wirklich alle, wenn Hilfe gebraucht wurde, mit angepackt. Egal ob Feuerwehr, THW, Polizei und wie hoch der Rang war.

Horst Gäsche ist ehemaliger Zugführer und Ausbildungbeauftragter unseres Ortsverbandes. Heute bringt er seine enorme Erfahrung als Fachberater ein. Das Gespräch führte Jan Holste.

Vermessungsausbildung der Wasserschaden-Pumpengruppe

Sie ist leuchtend orange und darf in keiner Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen fehlen: Die Kiste mit der Ausstattung zur Höhenmessung. Die Instrumente sind wichtig für die Fachleute für Hochwasserbekämpfung, denn durch die Messungen wird sichergestellt, dass das Wasser ungestört von Steigungen und Senkungen fließen kann. Um die Kenntnisse im Umgang mit dem wichtigen Werkzeug zu vertiefen, fand eine Wochenendausbildung zum Thema Vermessung statt.

Am Freitagabend wurde zunächst die Theorie betrachtet. Kenntnisse aus dem teilweise schon etwas länger zurückliegenden Matheunterricht wurden aufgefrischt und angewandt. Dabei kamen auch die praktischen Anwendungsbeispiele nicht zu kurz. Am Samstag ging es dann in die Vertiefung und Durchführung.

Dabei ging es nicht nur um die richtige Bedienung des Gerätes, die durch viele Stunden praktischer Erfahrung ins Blut überging. Vielmehr sollte ja die Anwendung im Einsatzfall vorbereitet werden. Daher wurden anhand von realistisch aufgebauten Übungsstationen verschiedenen Möglichkeiten der Vermessung zuerst demonstriert und dann von den Teilnehmenden selbst erprobt. Selbst alte Hasen konnten hierbei nicht nur ihre Kenntnisse auffrischen, sondern immer mal wieder auch Neues lernen.  Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass das Gerät von unschätzbarem Wert für die Tätigkeiten der Gruppe ist und die Ausbildung wiederholt werden soll.